Hördiagnostik bei Kleinkindern und Neugeborenen

Veröffentlicht am 26. Februar 2019

Um bei (Klein-) Kindern potentielle Hörschäden möglichst frühzeitig zu erkennen, werden sogenannte audiometrische Screeningverfahren (Siebtests) durchgeführt. Diese Screening-Verfahren zielen darauf ab, mit nur geringem zeitlichen und personellem Aufwand Verdachtsfälle einer Hörminderung einfach zu filtern und einen etwaigen Hörschaden zu lokalisieren.

Dafür eignen sich sogenannte objektive Verfahren deshalb am besten, weil ein Mitwirken des Patienten und damit eine verfälschende Einflussnahme, ausgeschlossen ist.

OAE-Screening

Das wohl verlässlichste und deshalb am häufigsten angewandte Verfahren für objektive Hörscreenings ist die Messung der otoakustisch evozierten Emissionen (OAE). Dabei wird die Funktion der äusseren Haarzellen überprüft, in deren die Allermeisten der angeborenen Schwerhörigkeiten zu verorten sind.

Dabei werden zwei Verfahren unterschieden, nämlich die transitorischen (TE-) und distorsivproduzierten (DP-)OAEs.

Für beide Verfahren wird eine Sonde im Ohr des Kindes platziert.

TEOAE Von der Sonde wird ein akustischer Reiz abgegeben. Das aus dem Gehörgang reflektierte Signal wird von der Sonde als elektrisches Signal umgewandelt. Neben dem Screening von Neugeborenen eignet sich die TEOAE-Messung vorallem zur Absicherung subjektiver Messmethoden (wie z.B. Audiometrie) auch bei älteren Kindern.

DPOEA Mit der DPOAE-Messung ist eine frequenzabhängige Haarzellenfunktionsprüfung des Innenohrs möglich. Durch eine entsprechende Reizung während des Messverfahrens senden die noch intakten Haarzellen des Innenohrs Verzerrungstöne, die gemessen werden.

Impedanzmessung

Die Impedanzmessung ist das am weitesten verbreitete objektive audiometrische Messverfahren bei der Diagnose von Kindern. Dem Verfahren kommt deshalb eine wichtige Bedeutung zu, weil es Auskunft über die Elastizität und die mechanischen Eigenschaften des Mittelohrapparats (Beweglichkeit des Trommelfells und der Gehörknöchelchen) sowie der Hörreflexe (des Mittelohrmuskels) gibt, anhand derer Angaben über die Schallübertragungsfähigkeit sowie über die Verarbeitung von akustischen Signalen durch das Innenohr und das Nervensystem gemacht werden können.

Bei Einschränkungen der Funktionsfähigkeit lassen sich anhand der Messergebnisse gleich auch diverse Krankheitsbilder idenifizieren (Mittelohrentzündung, Perforation des Trommelfells, Funktionsstörung der Gehörknöchelchen, Fehlfunktion der eustachischen Röhre, Otosklerose, Tympanosklerose, Cholesteatom). Die Impedanzmessungen erfolgt ebenfalls über den Einsatz einer Sonde mit angeschlossener Tympanometrie-Pumpe.

Beide Verfahren (OAE und Impedanzmessung) können innerhalb kurzer Zeit (unter einer Minute) und mit einem kombinierten System durchgeführt werden (siehe auch hier-Link).

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